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Vogel des Jahres

Vogel des Jahres: Lebensraum für den Eisvogel (pdf-download) [505 KB]



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L E B E N S R A U M   F Ü R   D E N   E I S V O G E L 

Der Eisvogel ist ein Juwel in unseren Breitengraden, ungewöhnlich sein Aussehen. Wie ein fliegender Edelstein schießt er übers Wasser - begleitet von einem unverwechselbaren schrillen Pfiff. Doch durch den Verlust von Lebensräumen wird er immer seltener.

Der Eisvogel ist 2009 zum zweiten Mal nach 1973 zum Vogel des Jahres gewählt worden - 2006 war er Vogel des Jahres in der Schweiz. Er eignet sich hervorragend als Indikator für gesunde Gewässer. In stark industrialisierten, dicht bevölkerten Regionen ist der Eisvogel mittlerweile eine ausgesprochene Seltenheit. Denn er benötigt saubere klare Gewässer, offenes Süßwasser mit Brutwänden, Ansitzwarten über dem Gewässer. Seine Nahrung, bevorzugt kleine Fische, fischt er im Sturzflug aus dem Wasser. Aber auch Wasserinsekten bereichern seinen Speiseplan.

Die Körperlänge des Eisvogels beträgt etwa 16 bis 18 cm, während die Flügelspannweite etwa 25 cm umfasst. Der farbenprächtige Vogel wiegt nur 35 bis 40 Gramm. Das Männchen hat einen schwarzen Schnabel, der an der Unterseite leicht aufhellt. Das Weibchen zeigt einen orangefarbenen Unterschnabel. Zur Brutzeit sind die Füße orange gefärbt. Die Brutplätze liegen im Steilufer oder in großen Wurzeltellern von umgestürzten Bäumen mit viel Erdreich. Hier gräbt der Eisvogel eine Brutröhre bis zu einer Länge von 40 cm. Der Eisvogel lebt meistens in monogamer Brutehe. Im März oder April werden 6 bis 8 Eier gelegt. Die Brutzeit beträgt 19 bis 21 Tage. Die Zweitbrut beginnt im Juni/ Juli.

Wildtierstation Terra Mater nimmt verunfallte Vögel auf

Hohe Verluste bei den Eisvögeln bringen strenge Winter, denn wegen zugefrorener Gewässer finden sie keine Nahrung. Diese Verluste werden aber durch die hohe Reproduktionsrate ausgeglichen. Was aber von der Natur nicht mit eingeplant werden konnte, sind die Verluste durch Fensterscheiben und Autos. In der Terra Mater-Wildtierstation inTellingstedt und bei der Wildtierhilfe in Fiel werden jährlich bis zu dreißig verunfallte Eisvögel eingeliefert. Wildvogelfreund Christian Erdmann von Terra Mater e.V. erklärt: »Oft hilft schon etwas Ruhe, Wärme und reichlich Fisch.« Nach Genesung werden die Vögel an den Fundort zurückgesetzt.

Der »fliegende Edelstein« braucht naturnahe Gewässer und Brutwände

Der Eisvogel steht für lebendige Flüsse und Auen. Neben dem Nahrungsangebot bestimmt vor allem das Angebot an Brutwänden und Ansitzwarten das Vorkommen des Eisvogels.

Die Bestände des Eisvogels gingen im 19. und bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts durch Lebensraumverlust europaweit deutlich zurück und haben sich erst ab den 1970er Jahren auf niedrigem Niveau stabilisiert, nachdem Verbesserungen im Gewässerschutz, Renaturierungen, Verbesserungen der Wasserqualität und auch gezielte Schutzmaßnahmen wie die Errichtung von Eisvogel-Brutwänden ihre Wirkung entfaltet hatten. Gerade wegen der fehlenden Brutmöglichkeiten, sprich Steilufer, sind solche künstlich in der Natur eingebundene Steilwände ein zwingender Ersatz. Wegen der Territorialität des Eisvogels, der sein Revier auch außerhalb der Brutzeit strikt gegen Artgenossen verteidigt, erreicht er nur geringe Siedlungsdichten (mittlere Nestentfernung im optimalen Lebensraum meist bis zu einem Kilometer, entlang größerer, dann auch oft beeinträchtigter Gewässer meist vier bis fünf Kilometer oder mehr).

Das Vorkommen des Eisvogels in Deutschland wird heute auf etwa 5.600 bis 8.000 Brutpaare geschätzt, nirgends ist er jedoch häufig anzutreffen. Denn wo Bäche und Flüsse in Stein und Beton gezwängt werden und Stauwehre wandernden Fischarten den Weg versperren, findet der Eisvogel weder genügend Nahrung noch ausreichend Brutmöglichkeiten. Nur zehn Prozent der Fließgewässer in Deutschland werden vom Umweltbundesamt als naturnah eingestuft.


Informationen und Auffangstation:

Terra Mater Umwelt- und Tierhilfe e.V.
Oehleckerring 2 · 22419 Hamburg
Tel.: 040 - 531 60 590 · email: tm-hh@terra-mater.de
Internet: www.terra-mater.de



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Bild: Gerhard Föhr / NABU 



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Bild oben: Eine Bauanleitung für die Erstellung von künstlichen Steilwänden mit Brutröhren zusammen mit weiteren Bauanleitungen von Nistkästen für andere Vogelarten und Fledermäuse mit vielen Tipps können bei der Vogelschutzinfostelle Gerhard Föhr angefordert werden.

Bauanleitung für Brutplätze:

Vogelschutzinfostelle Gerhard Föhr
Alte Steige 6 · 88400 Ringschnait · Tel. 07352 - 2579
(für Bestellung der Bauanleitung Voreinsendung 5 Euro
zzgl. 1,45 Euro Briefmarke)



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